Die ersten Schritte meiner Sexarbeit
- 29. Mai 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. März
Angefangen habe ich als Escort-Dame im privaten Bereich. Meine Kunden habe ich online gefunden – Seiten wie kaufmich.de
oder markt.com sind dafür optimal. Wobei ich sagen muss, dass markt.com meines Erachtens ein wenig an Niveau fehlt.
Kaufmich.de hingegen ist eine Plattform, auf der man sich ein Profil anlegen und sich selbst präsentieren kann. Ein paar ansprechende Bilder – anonym und ohne Gesicht – steigern die Anzahl der Anfragen deutlich.
Dort habt ihr die Möglichkeit, eure Dienstleistungen im Detail zu beschreiben, eure Vorlieben zu nennen und ebenso klar eure Tabus zu setzen. Ich habe zusätzlich meine Arbeitszeiten, meine Preise und den Umkreis festgelegt, in dem ich Kunden besuchen oder treffen möchte. Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Kontakte zustande kamen.
Natürlich war es beim ersten Mal ein seltsames, fast beklemmendes Gefühl, zu einem fremden Mann nach Hause zu fahren. Im Hinterkopf kreisten ständig Gedanken: Was ist, wenn er mir etwas antut? Wie kann ich mich schützen? Was mache ich, wenn er ganz anders ist als auf den Bildern, die er mir geschickt hat?
Zum Thema Sicherheit kann ich nur dringend empfehlen: Vertraut euch einer Person an. Erzählt ihr von eurem Vorhaben, teilt mit, wo ihr seid, wie lange ihr dort bleibt, und hinterlegt – wenn möglich – die Adresse sowie den vollständigen Namen des Kunden. Vereinbart eine feste Zeit, zu der ihr euch meldet. Sollte diese Rückmeldung ausbleiben, kann eure Vertrauensperson reagieren und im Ernstfall die Polizei einschalten.
Zusätzlich habe ich mir ein Zweithandy mit einer Prepaid-Karte zugelegt – ausschließlich für meine „Arbeitsidentität“. Gebt niemals eure privaten Daten preis. Keine persönliche Handynummer, kein privates Facebook-Profil, kein Instagram-Account. Auf diesem zweiten Handy könnt ihr eine Ortungs-App installieren und mit dem Gerät eurer Vertrauensperson verbinden. So besteht jederzeit die Möglichkeit, euren Standort nachzuverfolgen.
Auch ich habe all diese Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Vor jedem Treffen hinterlege ich Name, Adresse und Zeit beim Kunden. Bei längeren Terminen vereinbare ich zusätzlich ein Codewort. Bei Hotelbesuchen notiere ich den Hotelnamen, die Zimmernummer und – falls vorhanden – den Zugangscode. Dieses Wissen gibt mir ein Stück Kontrolle und Sicherheit.
Bisher hatte ich Glück. Ich habe in meiner Zeit als Escort viele freundliche, respektvolle und zuvorkommende Menschen kennengelernt. Menschen, bei denen ich mich wohlfühlen konnte. So habe ich mir nach und nach einen festen Kreis an Stammkunden aufgebaut.
Ein ganz wichtiger Punkt in diesem Geschäft ist die Bezahlung: Sie erfolgt bei mir immer direkt bei Ankunft und in bar. So vermeide ich Diskussionen und das Risiko, am Ende ohne Geld dazustehen.
Nach einem kurzen Smalltalk, einem ersten Kennenlernen, ist das Eis meist schnell gebrochen. Es entsteht eine Atmosphäre, die von Neugier, Spannung und oft auch einer gewissen Leichtigkeit geprägt ist. Für mich beginnt dann eine Zeit, die ich als Mischung aus Entspannung, Intensität und neuen Erfahrungen beschreiben würde. Jeder Mensch ist anders – und genau das macht jedes Treffen einzigartig. Kein Moment gleicht dem anderen. Es bleibt immer spannend: Welche Wünsche bringt mein Gegenüber mit? Wie wird sich die Begegnung entwickeln? Diese Vielfalt sorgt dafür, dass nie Langeweile aufkommt und ich immer wieder neue Seiten entdecke – an anderen, aber auch an mir selbst.
Wenn die vereinbarte Zeit endet, verabschiede ich mich und melde mich direkt bei meiner Vertrauensperson, um Entwarnung zu geben. Auf dem Heimweg lasse ich das Erlebte noch einmal Revue passieren. Ich versuche mir Details zu merken – Vorlieben, Besonderheiten, kleine Eigenheiten. Für mich entsteht so eine Art mentale Kundenkartei. Oft überlege ich schon auf der Rückfahrt, was ich beim nächsten Treffen anders oder vielleicht noch besser machen könnte – sei es durch Kleidung, kleine Details oder neue Ideen.
Zu Hause angekommen gehe ich direkt unter die Dusche. Dieses Ritual ist für mich mehr als nur Hygiene – es ist ein bewusster Übergang. Ich wasche gewissermaßen meine „Alias-Persönlichkeit“ ab und kehre zurück in mein privates Leben. Mit diesem Moment endet meine Rolle als Escort-Dame – und ich bin wieder einfach ich selbst, bis ich mich auf den nächsten Termin vorbereite.

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