Hahahahaha ich kann nicht mehr...
- 30. März
- 4 Min. Lesezeit
… ich wirklich nicht mehr.
Vorab ein paar Worte zu mir: Ich bin ein sehr toleranter Mensch. Grundsätzlich respektiere und akzeptiere ich alle Religionen, Ethnien, Geschlechter und Lebensweisen. Menschen mit Handicap, mit Problemen, mit ganz unterschiedlichen Hintergründen – für mich sind wir am Ende alle einfach Menschen. Ich bin weder politisch extrem, noch jemand, der vorschnell urteilt.
Jetzt kommt allerdings das große ABER: Wenn es genug ist, dann ist es genug.
Wer mich schon ein wenig begleitet hat, weiß, dass ich mich überwiegend im Ruhrgebiet aufhalte. Ein deutschlandweit bekannter Ballungsraum. Nennen wir es vorsichtig eine Großstadtregion mit fließenden Grenzen. Ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen, Einstellungen und Lebensweisen.
Wenn man hier mit offenen Augen durch die Straßen geht, merkt man schnell: Es wird immer bunter. Und das muss grundsätzlich nichts Schlechtes sein. Menschen aus aller Welt kommen hierher, wollen sich ein Leben aufbauen.
Monatsanfang. Ich gehe einkaufen.
An der Kasse fängt es schon an: Die Kassiererin unterhält sich mit Kunden in einer Sprache, die nicht meine ist. Nicht Deutsch. Klar, kein Problem – Ausnahmen gibt es immer. Nur leider ist es längst keine Ausnahme mehr. Es passiert immer häufiger.
Einkauf erledigt, ab zum Parkplatz. Links ein großer Kastenwagen, rechts ein VW Caddy. Zwischen seinem und meinem Außenspiegel vielleicht 20 Zentimeter Platz. Ich steige ein, lege den Rückwärtsgang ein, schaue in den Spiegel – und sehe einen etwas kräftigeren Herrn, der sich genau durch diese enge Lücke zwängt.
Ich rolle bereits rückwärts.
Seine Jacke streift meinen Spiegel.
Er bleibt nicht stehen. Kein Zögern. Kein Blick. Kein Zeichen.
Er musste da jetzt durch. Und er ist durch.
Ich habe angehalten. Nicht, weil ich musste – sondern aus Rücksicht. Aus Respekt.
Der Herr war offensichtlich kein gebürtiger Deutscher. Zumindest würde ich ihm einen Migrationshintergrund zuschreiben. Und da stellt sich mir ganz ehrlich die Frage: Gibt ihm das irgendein Sonderrecht? Gibt ihm das die Legitimation, sich vorzudrängen? Oder mich – vielleicht auch, weil ich eine Frau in einem Kleinwagen bin – einfach zu ignorieren?
Warum erzähle ich das alles?
Weil es eben nicht nur eine belanglose Alltagssituation ist. Es hat mehr damit zu tun, als man zunächst denkt.
Ich muss dabei immer wieder an einen Witz denken, den ich vor etwa 20 Jahren gehört habe. Damals, als das Thema Einbürgerung langsam präsenter wurde.
„Kennst du das türkische Glücksrad? – Ich kaufe ein Ü. – Bing Bing Bing Bing Bing…“
Damals hat man darüber gelacht. Heute bleibt einem das Lachen manchmal im Hals stecken.
Denn das Verhalten, das ich mittlerweile erlebe, geht in eine ganz andere Richtung.
Letzte Woche war ich beim Gesundheitsamt, um meine Arbeitserlaubnis verlängern zu lassen. Die Dame dort fragte mich:
„Haben Sie auch so viele Probleme mit Kunden, die Sex ohne Kondom wollen?“
Meine Antwort: Probleme nicht – aber ja, die Anfragen werden definitiv mehr.
Für mich ist die Sache klar: Verbot ist Verbot. Punkt. Keine Diskussion.
Und doch fällt etwas auf.
In etwa 85 Prozent der Fälle kommen solche Anfragen nicht von deutschen Männern über 50, die sich einfach eine schöne Zeit gönnen wollen.
Nein – meistens sind es Männer zwischen 20 und 35. Dunkle Haare, Bart, südländisches Erscheinungsbild. Namen wie Mohamed, Erol, Ali oder Mustafa tauchen dabei immer wieder auf.
Mit der Frage an sich kann ich umgehen. Ein klares „Nein“ – Thema erledigt.
Aber die Masse an negativen Erfahrungen hat Spuren hinterlassen.
Ich bin inzwischen an einem Punkt, an dem ich konsequent handle:
Anfragen mit bestimmten Namen oder Nummern aus bestimmten Regionen werden direkt blockiert.
Kommt ein Foto, das genau in dieses Muster passt – ebenfalls.
Ja, ich weiß selbst: Das ist Pauschalisierung. Und eigentlich widerspricht es dem, wie ich sein möchte.
Aber nach allem, was ich erlebt habe, ist es für mich ein Selbstschutz.
Denn aus Nachrichten wie
„Hey Schatz, kann ich kommen zum Ficken?“
„Baby, bläst meinen geilen Schwanz ohne Gummi“
oder auch einem harmlosen „Hi, habe Interesse“
kann ich schlicht nicht erkennen, ob da ein respektvoller Mensch dahintersteckt – oder einer von vielen, die es eben nicht sind.
Heute erst wieder ein Beispiel:
10:45 Uhr – WhatsApp: „Hi. Heut Zeit?“
Ich schicke meine automatische Antwort mit Infos und der Bitte um ein Gesichtsbild.
Das Bild kommt.
Mitte 30, Bart, südländischer Typ.
Direkt danach die Frage:
„Bläst meinen Schwanz ohne Kondom?“
Meine Antwort ruhig und freundlich:
„Sorry, nicht mein Typ.“
Seine Reaktion:
Ich musste es zweimal lesen.
Ernsthaft?
Meine Antwort:
„Ja. Und du bist scheinbar respektlos. Thema durch. Versuch es mal mit Respekt.“
Blockiert. Ende.
Aber genau DAS ist inzwischen Alltag.
Und da frage ich mich wirklich:
Was sind wir für euch?
Frischfleisch beim Metzger?
Freiwild?
Ware?
Nein.
Wir sind Frauen. Menschen. Individuen mit Würde.
Wir machen diesen Job aus unterschiedlichen Gründen – aber keiner davon bedeutet, dass wir unseren Respekt abgeben.
Und ja – selbstverständlich habe ich einen Typ.
Einen Typ Mensch, der mich respektiert. Der mich mit Anstand behandelt. Der versteht, dass ein „Nein“ auch wirklich ein Nein ist.
Wer das nicht kann, hat in diesem Bereich nichts verloren.
Und genau dieses Verhalten ist der Grund, warum sich immer mehr vernünftige Frauen aus diesem Gewerbe zurückziehen.
Ein Stammkunde sagte kürzlich zu mir:
„Ich war nach Monaten wieder in meinem Stamm-Laufhaus. Nur noch respektlose Damen, unangenehm, billig. Auch das Publikum hat sich komplett verändert.“
Und ganz ehrlich: Nach all dem wundert mich das überhaupt nicht.
Denn wenn sich das Verhalten der Kundschaft verändert, verändert sich zwangsläufig auch das der Frauen.
Ich habe es selbst erlebt:
Man muss sich behaupten. Deutlich. Laut. Konsequenter als früher.
Ein „Nein“ muss heute oft mehrfach durchgesetzt werden.
Und genau deshalb habe ich inzwischen kaum noch Lust auf diese Umgebung – obwohl ich sie früher wirklich mochte.
Das Verhältnis hat sich verschoben.
Zu stark.
Und auch wenn das alles hart klingt:
Nein, ich bin nicht gegen Ausländer.
Nein, ich habe nichts gegen andere Kulturen oder Religionen.
Und nein, ich will nicht alle Männer in einen Topf werfen.
Aber ich sehe, was ich erlebe. Jeden Tag.
Und ich ziehe meine Konsequenzen daraus.
Wenn du weißt, wie man sich benimmt, wenn du Frauen respektierst, wenn du Anstand hast – dann hast du selbstverständlich eine Chance bei mir.
Aber dann musst du dich auch entsprechend verhalten.
Denn Respekt ist keine Einbahnstraße.
Und vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass wir als Gesellschaft wieder klarer definieren, was wir voneinander erwarten.
Denn eines ist sicher:
Respekt kennt keine Herkunft. Nur Charakter.

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