Mann - Deutsch-- Deutsch-Mann oder......
- 11. Nov. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Apr.
…man reiche mir Anstand – und bitte gleich noch eine Glaskugel dazu.
Versetzt euch doch einmal in die Lage der Dame, liebe Männer: Ihr sitzt am Handy und bekommt eine Nachricht nach der anderen. Jede zweite beginnt mit:
„Hey Maya, was ist dein Service und dein Preis?“
Perfekt. Immerhin: Die ersten konkreten Fragen stehen schon. Also schickt ihr ganz modern eine automatische Antwort mit allen Infos raus – Technik sei Dank. Finger geschont, alles effizient.
Und dann wird’s… interessant.
„Wann hast du Zeit zu mir zu kommen?“
„Kannst du zu mir kommen?“
„Kommst du mich auch besuchen? Was kostet das extra? Fahrtkosten?“
Ernsthaft?
Ich besitze keine Glaskugel. Woher genau soll ich an diesem Punkt wissen, wer ihr seid – geschweige denn, wo ihr euch befindet?
Mein persönlicher Favorit auf die Rückfrage nach dem Ort:
„Bei mir!“
Ach was. Wirklich? Das klärt natürlich alles.
Man fragt sich ja manchmal, ob bei manchen Männern das Gehirn spontan den Arbeitsplatz wechselt, sobald das Handy in der Hand ist. Kann doch nicht euer Ernst sein, oder?
Lasst mich kurz helfen – ganz uneigennützig, versteht sich. Egal ob Escort oder privat: Ein Mindestmaß an Information schadet selten. Wie wäre es zum Beispiel direkt in der ersten Nachricht mit:
- Vorname
- Ort, an dem ihr besucht werden möchtet
- geplante Dauer des Treffens
- ungefähre Uhrzeit / Zeitraum
Klingt simpel? Ist es auch.
Und noch ein kleines Mysterium: Mit welchem Phantom hat die Frau da eigentlich Kontakt? Kein Bild im Profil, aber dann irritiert sein, wenn nach einem Gesichtsbild gefragt wird?
Kleiner Hinweis:
„Keine Anrufe, nur WhatsApp“ bedeutet genau das. Keine Facetime, keine Videocalls, kein spontanes Casting. Einfach ein Foto senden. Und nur zur Sicherheit: Das Gesicht befindet sich oberhalb des Halses. Alles darunter… ist für diese Entscheidung völlig irrelevant. Wirklich.
Und weil wir schon beim Thema sind: Bilder eures „besten Stückes“ sind ebenfalls nicht erforderlich. Eine Frau mit Erfahrung weiß damit umzugehen – Überraschung inklusive.
Zum Schluss noch ein ganz wichtiger Punkt:
Die Frage nach AO (alles ohne) könnt ihr euch sparen. In Deutschland gilt laut §32 Prostitutionsschutzgesetz Kondompflicht. Daran halte ich mich. Punkt.
Wer dennoch danach fragt, beendet das Gespräch schneller, als er „Baby“ tippen kann.
Apropos „Baby“:
Ich bin weder euer Schatz, noch eure Süße, noch das naive Blondchen von nebenan. Ich bin eine erwachsene, intelligente Frau mit eigener Entscheidungskompetenz – und ja, ich habe Spaß an Erotik und Sex. Behandelt mich bitte auch entsprechend.
Preisverhandlungen à la „Was ist dein letzter Preis?“ oder kreative Angebote gehören übrigens in die gleiche Kategorie wie „Ok Baby, machst du das für mich Baby?“ – nämlich: direkt ins Aus.
Warum ich das schreibe?
Nicht, weil ich wütend bin. Wirklich nicht. Aber wenn täglich 50 Nachrichten reinkommen und 20 davon Fragen enthalten, die bereits beantwortet wurden, dann wird es… sagen wir… ermüdend.
Gefühlt verbringe ich 80 % meiner Arbeitszeit damit, Dinge doppelt und dreifach zu erklären, die längst schwarz auf weiß dastehen.
Tut uns beiden einen Gefallen:
Lest die Antworten. Gebt mir direkt die relevanten Infos. Am Ende ist es eure Zeit, die draufgeht – Zeit, die wir deutlich angenehmer nutzen könnten.
Ich erwarte keine literarischen Meisterwerke und auch keine dreiseitige Bewerbung.
Nur: Anstand. Respekt. Und ein Minimum an Niveau.
Denn ohne Niveau?
Keine Termine.
Und ganz zum Schluss – weil es offenbar regelmäßig Unsicherheit gibt:
Ja, ich bin Deutsche.
Ja, ich spreche Deutsch.
Und ja, ich schaffe sogar drei grammatikalisch korrekte Sätze am Stück. Beim vierten wird es dann schon schwieriger.
Ganz ohne Glaskugel.

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